Die Chronik der Feuerwehr Kammerstein
Die Feuerwehr Kammerstein, heute als Stützpunktwehr in der Großgemeinde verantwortlich, stellt Löschgruppen aus den drei Ortsteilen Haag, Poppenreuth und Kammerstein selbst zur Verfügung. Nahezu 70 Floriansjünger - in der Löschgruppe sind auch Damen vertreten - sind aktiv und zählen mit den Passiven zusammen ca. 250 Mitglieder.
Doch das war nicht immer so, man schrieb das Jahr 1873, im Stammbuch der Feuerwehr Kammerstein wurde vermerkt: "Die Freiwillige Feuerwehr Kammerstein wurde im Monat Juni 1873 nach vielen Bemühungen des hiesigen Lehrers und Cantors Adam Sallfner gegründet."
Doch keiner der damaligen Beteiligten wies darauf hin, dass schon 26 Jahre vor dem Gründungsjahr pflichtbewusste Bürger von "Cammerstein" sich einer königlichen Brandordnung vom 14. April 1847 unterordnen mussten.
Obwohl diese junge dörfliche Wehrmannschaft zunächst nur mit wenigem Gerät bestehend aus ledernen Feuereimern, Reißhaken und Holzleitern, sich behelfen musste, genoss sie als gemeinnützige Einrichtung dennoch das Wohlwollen und Ansehen des bayerischen Königreiches. Die mittelfränkische Kreiskasse bezeigte dies noch im Gründerjahr - 1873 durch König Ludwig II - eine Unterstützung von 150 Gulden für die Anschaffung einer leichtbeweglichen Spritze bewilligte. Dies wurde mit den Wehren aus Uigenau, Günzersreuth und Unterreichenbach gemeinsam benützt.
In späteren Jahren, als man hinsichtlich der technischen Leistungsfähigkeit schon anspruchsvoller geworden war, beklagten sich die zum Wasserschleppen abkommandierten Löschmänner über durchnässte Kleider und Erkältungen, und "niemand hat mehr Lust, sich zum füllen der Spritze benutzen zu lassen." Ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg - 1913 - erwarb man unter Inanspruchnahme eines privaten Darlehens eines Haager Bauern eine noch bis heute vorhandene und intakte zeitgemäße vierrädrige Feuerspritze.
Vorerst aber holte sich die junge Feuerwehr mit einem technisch recht unzureichenden Löschgerät die ersten Lorbeeren, als sie (um 1880) einen durch Blitzschlag ausgelösten Brand der Kirchturmspitze niederbekämpfte. Die Kunde von diesem erfolgreichen Einsatz drang bis an höhere Stelle, "Anerkennung für den mutigen Brandeinsatz" 50 Goldmark überweisen ließ. Und kurz vor der Jahrhundertwende wird ihr (anlässlich zweier Brände im Nachbarort Poppenreuth) von seitens der Ortspolizeibehörde weitere Anerkennung und Dank gezollt für wackeren und tapferen Einsatz und für ihre stramme Führung ausgesprochen.
Am 1. Dezember 1876 war in der verflossenen Nacht in Kammerstein ein Brand ausgebrochen. Es lag der begründete Verdacht einer Brandstiftung vor. Darauf ordnete des kgl. Bezirksamt Schwabach bis zum Winter hinein das Dorf von zwei Mann, von abends acht Uhr bis morgens sechs Uhr, begangen und bewacht zu werden. Im gleichen Jahr brannte zwischen zwölf und ein Uhr nachts trotz "aller Hilfe und Anstallten" das Uigenauer Gemeindehaus gänzlich ab, wurde dem Kammersteiner Bürgermeister Endres gemeldet.
Währungen und Staatsformen sind inzwischen dahingesunken. Andere lösten sich ab und sanken wiederum dahin. Strohbedeckte Dächer und Holzfachwerke sind immer mehr dem massiven Mauerwerk gewichen. Doch die Brandgefahr hatte sich kaum verringert, denn der Zweite Weltkrieg (1939 - 1945) bedrohte auch das dörfliche Leben. Durch massive alliierte Fliegernagriffe wurden in Haag und in der Nachbarstadt Schwabach schwere Brandschäden und Menschenverluste gemeldet. Der Luftschutz wurde dagegen aufgeboten, denn die Feuerwehr allein ist der Bedrohung nicht gewachsen. Während viele aktive Feuerwehrmänner in den Krieg ziehen mussten, wurden an i8hrer Stelle nichtkriegstaugliche Männer, vor allem Frauen und die schulpflichtigen Kinder zum Feuerschutz ausgebildet, um im Ernstfall mit den vorhandenen bescheidenen Löschgeräten umgehen zu können.
So kam auch beim verheerenden Fliegerangriff aus Schwabach, in der Nacht vom 12/12. Oktober 1941, und beider Bombardierung zweier landwirtschaftliche Anwesen in Haag am 4.2. 1945 die im Jahr 1913 angeschaffte zweispännige Feuerwehrspritze mit hiesige Männer und Frauen zum Löscheinsatz.
Die ersten beiden modernen Löschfahrzeuge (TSF) für Kammstein im Mai 1978 und für Haag im Dezember 1978, wurden als dringend notwendig angeschafft. Während das Haager Feuerwehrauto 1964 im neugebauten geräumigen Feuerwehrhaus untergebracht wurde, musste man sich in Kammerstein im kleinräumigen Feuerwehrhaus am Dorfplatz weiterhin notdürftig einschränken. Die forderte auch des Bestreben nach einem Neubau in Kammerstein. Erst 1995 konnte dann nach einer eineinhalbjährigen Bauzeit der neue Feuerwehrhof der Kammersteiner als Stützpunktwehr übergeben werden. Über 3.500 freiwillige Arbeitstunden wurden von hilfswilligen Bürgern dazu geleistet. Die Funkalarmierung in allen Fahrzeugen sowie Alarmsirenen, die in den Ortsteilen installiert wurden, sind Garant für den schnellen Einsatz - ob bei einem Brand oder einem Verkehrsunfall auf den heimischen Straßen.
Auch heute noch sind die Aufgaben der Freiwillige Feuerwehr Kammerstein so, wie dazumal: Eigentum und Leben der Mitmenschen zu bewahren und zu schützen.
| Einsätze |
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01.02.2012 |
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| In einem Gewerbebetrieb in Barthelmesaurch wurde aus ungeklärter Ursache die BMA ausgelöst. Bei der Erkundung konnte nichts festgestellt werden |
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05.01.2012 |
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| Zwischen Albersreuth und Dechendorf blockierte ein Baum die Fahrbahn. |
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